Mittwochsimpuls Advent – Was wirklich zählt

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Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Wir bereiten uns auf das Weihnachsfest vor. Wir dekorieren, backen Kekse, schmücken Weihnachtsbäume, beleuchten unsere Häuser und Straßen, besorgen Weihnachtsgeschenke, hetzen von einer Weihnachtsfeier zur nächsten. Eigentlich sollte der Advent eine ruhige, besinnliche Zeit sein, aber jedes Jahr wieder merke ich, wie schwierig es ist, nicht im Weihnachtstrubel und der Hektik den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Ich spüre die Eile der Menschen, Unruhe und Rastlosigkeit und muss aufpassen mich da nicht mithineinziehen zu lassen. Äußerlich ist alles in Fülle da und scheint alles perfekt, aber innerlich sind die Menschen oft leer und unzufrieden.

Beim Schreiben dieses Impulses hat Gott mir ein Bild gezeigt, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Bild hatte einen äußeren Rahmen, der alle Tätigkeiten beeinhaltet, welche ich vorher aufgezählt habe. All diese Aktivitäten nehmen so viel Zeit in Anspruch, dass das Gestalten des eigentlichen Bildes viel zu kurz kommt.

Im Zentrum des Bildes sehe ich Jesus, der vor meiner Herzenstür steht. Leise klopft er an, er möchte so gerne eintreten und bei mir ankommen, mir begegnen, genau in der Situation, in der ich mich gerade befinde. Er selbst möchte das Licht sein, das mein Innerstes erhellt und alle Dunkelheit in mir vertreibt. Er erinnert mich daran innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und seine Stimme zu hören.

Advent bedeutet Ankunft. Oft versuche ich aus eigener Kraft, Bemühungen, Geschäftigkeit anzukommen und komme nie an, bis ich verstehe, daß Jesus sich gar nichts erwartet, außer ein offenes, ihm hingegebenes Herz, das ihn einlässt. Er stellt keine Bedingungen. Gott möchte kommen, ganz egal, wie es in meinem Herzen aussieht, ob ich stark bin oder schwach, traurig oder fröhlich, ängstlich oder mutig, verzweifelt oder zuversichtlich, zornig, wütend oder mit Schuldgefühlen beladen.

Dieses Bild malt mir klar vor Augen, worauf ich den Blick richten möchte. Es geht um Gott. Er macht sich klein, wird ganz Mensch und wird damit selbst zum größten Geschenk für mich. Die Entscheidung dieses Geschenk anzunehmen liegt ganz bei mir. Nichts auf dieser Welt kann mich mehr erfüllen als das Geschenk der Begegnung mit Gott, sein Ankommen in mir. Es beinhaltet bedingungslose Liebe und angenommen sein, Licht in jeder Dunkelheit, Hoffnung in schwierigen Situationen, Vergebung, Freude und Frieden in allen Umständen, Gnade, Schutz, Zuflucht, Heilung, Trost, Kraft, ein unerschütterliches Fundament.

Dieses Jahr möchte ich versuchen den äußeren Rahmen auf das Notwendigste zu reduzieren und will mir Zeit für das Wesentliche nehmen. Ich möchte die Beziehung zu Gott pflegen, mich beschenken lassen von seiner Güte und das was er mir schenkt weitergeben an meine Mitmenschen. Was ich heuer zu Weihnachten verschenken und erhalten möchte sind keine materiellen Geschenke. MIt meinen Geschwistern habe ich dieses Jahr ausgemacht, daß wir uns nichts mehr schenken und stattdessen gemeinsam etwas unternehmen, Zeit miteinander verbringen bei einem Frühstück oder Abendessen. Nichts ist wertvoller als seine Zeit zu verschenken und Beziehungen zu Familie und Mitmenschen zu pflegen. Das möchte ich in dieser Adventszeit umsetzen und auch ins neue Jahr mitnehmen. Mir Zeit nehmen für Gott und meine Mitmenschen. Aufmerksam sein und die Menschen wertschätzen, welche Gott in mein Leben gestellt hat und ihnen begegnen in ihrer Situation.

Bildergebnis für ich verschenke dieses jahr zu weihnachten meine Hände

Abschliessend ein passendes Gebet zum Thema ( Autor unbekannt):

Der Herr segne uns und schenke uns langen Atem in dieser Zeit, da alle rennen, alle drängen.
Er lasse uns die Ruhe finden, die wir brauchen, um Ihm zu begegnen, damit wir nicht vergeblich warten auf den, der kommen will.
Er lasse den Tau des Gerechten auf uns herabkommen, damit unsere Hoffnungen auf Gott wachsen und unser müder Glaube sich erfrischen kann.
Er schenke uns das Vertrauen, dass er wirklich kommt – zu uns – und wir Ihn sehen, so wie Er ist: als Gott, der uns liebt, wie kein Mensch es vermag, und an uns denkt seit dem Tag, da wir geboren: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

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