Mittwochsimpuls Masken

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Wie geht es euch in der jetzigen Situation mit Maskenpflicht. Mir passiert es öfter, wenn ich ins Dorf gehe oder ins Geschäft zum Einkaufen, dass ich im ersten Moment die Menschen unter der Maske gar nicht erkenne. Ich muss immer zweimal schauen. Menschen mit Masken zu begegnen ist anders, es fühlt sich distanzierter an, ich erkenne keine Mimik, keine Gesichtssprache. Die Masken dienen uns zum Schutz, aber zwischenmenschlich sind sie wie eine Barriere.

Ich möchte jedoch heute auf jene Masken eingehen, die wir auch außerhalb von Zeiten der Maskenpflicht tragen. Jeder von uns kennt sicher Situationen, in denen er eine unsichtbare Maske getragen hat. Situationen, wo wir uns nicht zeigen, wie wir wirklich sind, uns verstellen und nicht authentisch sind. Aber warum wollen wir uns eigentlich hinter Masken verstecken?

  • wir möchten uns schützen
  • wir haben Angst unser wahres Gesicht zu zeigen
  • wir denken darüber nach, was andere Menschen von uns halten oder über uns sagen
  • wir suchen Anerkennung bei Menschen
  • wir wollen uns nur von unserer besten Seite zeigen
  • wir haben Angst verletzt zu werden, wenn wir auch unsere Fehler und Schwächen zeigen
  • wir wollen dazugehören
  • wir fürchten das Urteil anderer Menschen (Menschenfurcht)

Das führt dazu, dass wir gerne in Rollen schlüpfen, die wir gar nicht sind. Wir verstellen uns und verstecken uns unter einer Maske, die das Bild von uns zeigt, das wir gerade zeigen möchten.

Aber richtig gut geht es uns dabei nicht, wir wünschen uns doch alle, dass wir genau so sein dürfen, wie wir sind. Wir fühlen uns wohl in einem Umfeld und mit Menschen, wo wir angenommen und geliebt werden, mit all unseren Fehlern, Unzulänglichkeiten und Schwächen, mit unseren Ecken und Kanten, in unserer Unvollkommenheit.

Wo und bei wem können wir unsere Masken ablegen?

Ich habe eine solche bedingungslose Liebe in erster Linie bei Gott erlebt. Vor ihm brauche ich mich nicht zu verstellen, er kennt mich besser als ich mich selber kenne. Er kennt mein Herz und alles was darin vorgeht.

„Herr, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich“ Psalm 139,1

Er kennt jeden meiner Gedanken.

„Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken“ Psalm 139,2

Er kennt alle meine Absichten und Handlungen.

„Wenn ich gehe oder wenn ich ausruhe, du siehst es und bist mit allem, was ich tue, vertraut“ Psalm 139,3

Er kennt meine Worte.

„Und du, Herr, weißt, was ich sagen möchte, noch bevor ich es ausspreche“ Psalm 139,4

Vor Gott kann ich mich nicht verstecken, denn er ist überall.

„Wohin sollte ich fliehen vor deinem Geist, und wo könnte ich deiner Gegenwart entrinnen? Flöge ich hinauf in den Himmel, so bist du da; stiege ich hinab ins Totenreich[1], so bist du auch da. Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer, würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten. Bäte ich die Finsternis, mich zu verbergen, und das Licht um mich her, Nacht zu werden – könnte ich mich dennoch nicht vor dir verstecken; denn die Nacht leuchtet so hell wie der Tag und die Finsternis wie das Licht“ Psalm 139,7-12

Gott liebt mich, genauso wie ich bin. Seine Liebe ist bedingungslos. Er hat gute Gedanken über mich.

„Wie kostbar sind deine Gedanken über mich[3], Gott! Es sind unendlich viele. Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand!“ Psalm 139,17-18

  • Je mehr ich mir seiner Liebe bewusst werde und erkenne wer ich in Gottes Augen bin, umso mehr kann ich mich auch selber annehmen wie ich bin und auch nach außen authentisch sein.
  • Je mehr ich weiß, wie Gott über mich denkt, umso weniger wichtig wird mir, was andere Menschen über mich denken. Gottesfurcht besiegt Menschenfurcht.
  • Je mehr ich erkenne, dass Gott in meiner Schwäche mächtig ist, umso leichter kann ich auch meine Schwächen zeigen und bin nicht mehr so leicht verletzbar.
  • Je mehr ich weiß, dass ich ein Kind Gottes bin und zu ihm gehöre, umso weniger muss ich immer überall dazugehören.
  • Je mehr Masken ich ablege, umso freier werde ich und kann mehr und mehr zu der Person werden, die ich wirklich bin, so wie Gott mich erschaffen und gemeint hat.

„Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl. Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes[2]. Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann“ Psalm 139,13-16

Ich möchte immer weiter darin wachsen, mich selbst mit Gottes Augen zu sehen. Ich bin eine geliebte Tochter Gottes, einzigartig und wertvoll gemacht und in dieser meiner Identität möchte ich immer mehr leben und diese auch ausstrahlen. Denn ohne Masken zu leben bringt Freiheit, verwandelt Distanz in Nähe, ist echt und ehrlich. Und neben Gott wird es sicher auch Menschen geben, die diese Offenheit und Ehrlichkeit schätzen und mich verstehen und lieben, nicht weil ich eine Maske trage, sondern gerade weil ich sie abgelegt habe.

Und genauso möchte ich auch anderen begegnen und Raum schaffen für echte Begegnungen, wo Masken fallen dürfen und der andere so sein darf wie er ist, sich wertgeschätzt und angenommen fühlt. Damit das wahre Ich unter der Maske zum Vorschein kommen darf.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an. 1. Samuel 16,7

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