Mittwochsimpuls – Gedanken zur Jahreslosung

Lesedauer 3 Minuten

Was bedeutet es, barmherzig zu sein? Ein barmherziger Mensch ist jemand, der sein Herz für seine Mitmenschen öffnet, am Leid und der Not anderer Anteil nimmt und hilft. Barmherzigkeit sieht und nimmt seinen Nächsten wahr und kann sich in den anderen einfühlen. Eine Charaktereigenschaft, die wir in unserer Gesellschaft dringend benötigen. Wir brauchen Menschen, die nicht nur an sich und ihren eigenen Vorteil denken, die nicht vorwiegend ihr eigenes Wohl im Blick haben, sondern auch für andere da sind und sich denen in Liebe zuwenden, denen es nicht so gut geht.

„Seid barmherzig wie euer Vater barmherzig ist!“ fordert uns Jesus in Lukas 6,36 auf.

Dieser Vers leitete mich dazu an, mir tiefgehende Gedanken über den Unterschied von göttlicher und menschlicher Barmherzigkeit zu machen.

Gottes Barmherzigkeit ist viel größer und geht viel weiter als unsere menschliche Barmherzigkeit. Er ist der Vater der Barmherzigkeit, so wird er in der Bibel beschrieben. Er ist der barmherzige und gnädige Gott. Die Geschichte vom verlorenen Sohn bringt seine Barmherzigkeit wunderbar zum Ausdruck:

Ein Vater hat zwei Söhne. Der jüngere Sohn verlangt von seinem Vater sein Erbe. Sobald er es erhalten hat, zieht er fort und verprasst das Geld im Ausland. Zum Bettler herabgesunken, arbeitet er als Schweinehirte und hungert dabei so sehr, dass er sich reumütig nach dem Haus seines Vaters zurücksehnt und sich vornimmt, dem Vater seine Sünde zu bekennen und ihn um eine Stelle als geringer Tagelähner zu bitten. Als er dann tatsächlich nach Hause zurückkehrt, ist der Vater so froh über die Rückkehr seines Sohnes, dass er ihn kaum ausreden lässt und sofort wieder bei sich aufnimmt. Er kleidet ihn festlich ein und veranstaltet ein großes Fest. Als sich der ältere Sohn, der dem Vater die ganze Zeit über treu gedient hat, über das Verhalten des Vaters beklagt, entgegnet dieser: „Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden“. Die ganze Geschichte könnt ihr hier nachlesen: Lukas 15,11-32

Gottes Barmherzigkeit ist eine unverdiente, aber großzügige Zuwendung in bedingungsloser Liebe, sie ist somit ein Geschenk. Gott wendet sich dem reumütigen Sohn in Liebe zu, mit gnädigem, vergebenden Blick. Er richtet ihn nicht und bestraft ihn nicht für seine Fehler und Schuld. So freut sich Gott über jeden Menschen, über jeden Sünder, der umkehrt und zum Vater heimkommt. Gott ist barmherzig und gütig auch zu den Menschen, die vom Weg abkommen, gottlose Wege gehen, um sie zurückzuführen zur Vaterliebe Gottes.

Wie können wir selbst barmherzig sein wie der Vater und Barmherzigkeit in unserem Alltag leben? Aus unserer eigenen menschlichen Kraft ist unserer Barmherzigkeit begrenzt. Solange uns jemand gut gesinnt ist, sind wir auch für andere da, aber wenn wir verletzt oder schlecht behandelt werden? Zu Menschen gut zu sein, von denen wir nichts Gutes erwarten ist nicht einfach. Wenn wir helfen, erwarten wir Hilfe zurück, wenn uns jemand verletzt, kommen in uns eher negative Gefühle wie Rache auf als Barmherzigkeit und unser Stolz hindert uns daran, auf den anderen zuzugehen. Menschlich gesehen ist Barmherzigkeit meist an Bedingungen geknüpft.

Göttliche Barmherzigkeit hingegen gibt ohne etwas dafür zu erwarten, kann nicht verdient werden, sondern ist ein Geschenk. Göttliche Barmherzigkeit ist jederzeit bereit zu vergeben, sie ist bedingungslos und rechnet Fehler nicht zu.

„Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.“ Lukas 6, 32-35

Um solche Barmherzigkeit in unserem Leben praktizieren zu können, müssen wir selbst zuerst Barmherzigkeit von Gott erfahren haben. Erlebte Barmherzigkeit Gottes löst Dank und Freude aus. Wenn wir begreifen, dass wir auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind, dass wir schwach sind und Hilfe und Errettung brauchen und erkennen welch großes Opfer Gott für uns erbracht hat, dann können wir selber barmherzig sein.

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“ Johannes 3,16

„Weil Gott so gnädig ist, hat er euch durch den Glauben gerettet. Und das ist nicht euer eigenes Verdienst; es ist ein Geschenk Gottes“ Epheser 2,8

„Doch Gott ist so barmherzig und liebte uns so sehr, dass er uns, die wir durch unsere Sünden tot waren, mit Christus neues Leben schenkte, als er ihn von den Toten auferweckte. Nur durch die Gnade Gottes seid ihr gerettet worden.“ Epheser 2,4-5

Wenn wir das Geschenk seiner Barmherzigkeit für uns annehmen, wächst in uns der Wunsch, dieses Geschenk an unsere Mitmenschen weiterzugeben und durch die Kraft des heiligen Geistes, der in uns wirkt, können wir das auch tun.

„Glücklich sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.“ Matthäus 5,7

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Psalm 23,6

Mittwochsimpuls – Das größte Geschenk

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Sich zu beschenken gehört an Weihnachten dazu. Wir freuen uns, wenn wir Geschenke bekommen und ebenso wenn wir unserer Familie und Freunden eine Freude machen können. Geschenke sind ein Zeichen der Liebe. Dabei sind die schönsten Geschenke nicht die teuersten, sondern jene, die vom Herzen kommen. Gemeinsam verbrachte Zeit, ein guter Gedanke, und das Wissen, dass jemand an mich denkt sind für mich viel wertvollere Geschenke als etwas Materielles.

Doch woher kommt eigentlich der Brauch, dass wir uns an Weihnachten gegenseitig Geschenke machen? Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass Martin Luther diese Tradition eingeführt hat. Ursprünglich war Weihnachten gar nicht mit Schenken verknüpft. Früher brachte der Heilige St. Nikolaus am 6. Dezember die Geschenke. Luther verlegte diese Tradition im 16. Jahrhundert auf Weihnachten . Zum einen, weil er bekanntlich von der Heiligenverehrung nicht allzu viel hielt. Zum anderen betonte er damit, dass die Geburt Jesu Christi im Stall zu Bethlehem das allergrößte Geschenk Gottes an uns Menschen ist. Luther dachte sich, wenn Kinder ein echtes, fühlbares Geschenk zu Weihnachten bekommen, dann werden sie dadurch an das Geschenk Gottes sichtbar erinnert. Die Botschaft wird ihnen „be-greifbarer“. So kam es, dass wir uns heute an Weihnachten beschenken.

Die Geburt Jesu ist das größte Geschenk Gottes an uns Menschen. Gott schenkt sich selbst, wird Mensch, um uns zu begegnen und nahe zu sein. Wir sind ihm nicht gleichgültig, Gott ist mit uns. Jesus! In ihm ist Liebe, Vergebung, Gnade, Freude, Licht, Heilung, Frieden, Versöhnung, Sicherheit, Hoffnung und ewiges Leben. Und dieses Geschenk können wir nur mit unserem Herzen entgegennehmen, es im Herzen annehmen.

“ Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt“ Lukas 2,10

Das Kind in der Krippe wächst heran und hat eine Mission zu erfüllen. Er ist der Retter und Erlöser der ganzen Welt.

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben habenJohannes 3,16

Gottes Geschenk an uns Menschen hat der Prophet Jesaja mehr als 700 Jh. vor der Geburt Jesu schon vorausgesagt:

  • Der „Wunderbare Ratgeber“ : Jesus führt und leitet uns durch jegliche Situationen und Umstände, er ist unser Licht. Er kann sogar Wunder für uns bewirken.
  • Der „Starke Gott“: In Jesus erkennen wir das Wesen Gottes, seine Kraft, Stärke und Allmacht.
  • Der „Ewige Vater“: Durch Jesus haben wir die Versöhnung mit Gott und Zugang zu Gott, dem Vater.
  • Der „Friedensfürst“: Jesus bringt Frieden zwischen Gott und den Menschen. Er schenkt uns seinen Frieden, den die Welt nicht kennt.

Mit einer kurzen Weihnachtsgeschichte zum Schluss wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachstfest. Lassen wir uns beschenken mit der Liebe Gottes und seinem unbezahlbaren Geschenk an uns.

Der Traum (Verfasser unbekannt)
Um Weihnachten herum hatte ein Junge einen denkwürdigen Traum. Jesus hat darin zu ihm gesprochen und ihn um drei Geschenke gebeten. Sofort bot ihm der Junge sein neues Kleidungsstück, seinen elektrischen Zug und sein schönes Bilderbuch an. «Nein», antwortete Jesus, «das brauche ich alles nicht. Ich wünsche mir etwas anderes von dir. Schenk mir deinen letzten Aufsatz!» – Der Junge erschrak: «Aber der Lehrer hat diesen Aufsatz mit einer Fünf benotet!» – «Genau deswegen möchte ich ihn haben. Bring mir alles, was unterschrieben ist mit «misslungen» und «gescheitert». «Schenk mir anschliessend deine Frühstückstasse » – «Aber die habe ich doch zerbrochen! » – «Willst du mir alles geben, was in deinem Leben zerbrochen und zerstört ist?» «Hier ist mein dritter Wunsch: Ich möchte, dass du mir die Antwort bringst, die du deiner Mama gegeben hast, als sie dich gebeten hat, ihr eben jene Tasse zu bringen.» – «Aber ich habe gelogen und behauptet, sie sei runtergefallen, obwohl ich sie absichtlich runtergeschmissen hatte.» – «Ja, das weiss ich», antwortete Jesus. «Bring mir all deine Lügen, deinen Ungehorsam, das Schlechte, das du getan hast, damit ich dir helfen, dir vergeben, dich heilen und verändern kann.» Als der kleine Junge aus diesem Traum erwachte, war ihm auf einmal klar, weshalb Gott Mensch wurde und weshalb Christus als Retter der Welt geboren wurde: Um alles verändern zu können, was gescheitert, zerstört und schlecht in uns ist, und uns damit das wunderbare Geschenk des ewigen Lebens zu machen.

Mittwochsimpuls Advent – Erwartungen

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Die Adventszeit hat begonnen, eine Zeit großer Erwartungen. Wir bereiten uns auf das Weihnachtsfest vor und bemühen uns, dass es so schön wie möglich wird. Wir dekorieren, backen Kekse, schmücken den Tannenbaum, kaufen Geschenke, suchen Rezepte für das perfekte Weihnachtsmenü und erwarten uns eine schöne Zeit im Kreise der Familie. Ebenso erwarten wir eine besinnliche, friedliche und harmonische Zeit, in der wir auch innehalten und zur Ruhe kommen können.

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Mittwochsimpuls Frieden bewahren

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Wenn mein Herz auf dich vertraut
und auf deine Liebe schaut,
finde ich Ruhe, finde ich Frieden,
kann ich Sturm und Wellen besiegen,
Inmitten turbulenter Zeiten,
wird deine Gegenwart mich stets begleiten.
Auch in der größten Unsicherheit,
bei dir ist Friede allezeit.
Mein aufgewühltes Herz wird still und kommt zur Ruh,
denn der Gott, der meinen Frieden bewahrt, der bist du.
 (Ulrike Nägele)

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Mittwochsimpuls Ein neuer Mensch

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Sich von der Vergangenheit zu lösen ist gar nicht so einfach. Jeder von uns ist von seiner Vergangenheit geprägt. Erlebnisse und Erfahrungen, die wir gemacht haben beeinflussen unser Verhalten. Wir entwickeln Gedankenmuster und Gewohnheiten, positive wie negative. Wenn uns die Vergangenheit immer wieder einholt, kann das auch zu einer enormen Belastung werden, da es uns hindert in der Gegenwart zu leben und unsere Zukunft zu gestalten. Doch wie können wir frei werden?

In der Bibel lesen wir mehrmals, dass Jesus uns befreien und neues Leben schenken will.

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Mittwochsimpuls Unerschütterlich in einer erschütterten Zeit

Lesedauer 4 Minuten

Letztes Wochenende haben wir Ostern gefeiert, das Auferstehungsfest Jesu. Dieses Ostern wird vielen von uns sicher in Erinnerung bleiben. Es war anders als gewöhnlich. Vieles, was wir mit diesem Fest verbinden, ist dieses Jahr weggefallen. Es durften keine Ostergottesdienste abgehalten werden, große Familienfeiern sind ausgeblieben und wir haben im Kreise der engsten Familie die Ostertage zu Hause verbracht. Und trotzdem: Ostern ist nicht ausgefallen, was Jesus für uns vor 2000 Jahren erwirkt hat, ist ein Geschenk, das heute und in Ewigkeit gilt, für jeden Menschen, der es im Glauben annimmt.

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ Johannes 3,16

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Mittwochsimpuls Dankbarkeit in jeder Lage

Lesedauer 4 Minuten

Danken verändert den Blickwinkel auf das Leben. Dankbarkeit ist ein Lebensstil, den wir einüben und trainieren können. Es gibt immer, in jeder Situation, in jeder Lebenslage, in jeder Krise mindestens einen Grund, wofür wir dankbar sein können. Wir können uns bewusst machen, wofür wir alles dankbar sein können. Nichts ist selbstverständlich, alles ist ein Geschenk.

Dankbarkeit ist demütig genug, sich etwas schenken zu lassen. Der Stolze nimmt nur, was ihm zukommt. Er weigert sich, ein Geschenk zu empfangen. ( Dietrich Bonhoeffer)

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Mittwochsimpuls Großzügigkeit

Lesedauer 2 Minuten

Dieser Bibelvers hat mir wieder vor Augen geführt wie gut und großzügig unser Gott ist.

Alles was ich habe, alles was ich bin ist mir von Gott geschenkt, keine Selbstverständlichkeit und nicht mein eigener Verdienst.

Alles was ich sehe, die Schöpfung, die Vielfalt in der Natur mit ihren Farben und Formen, Sonne-Mond und Sterne, die Tierwelt – alles ist von Gott wunderbar und einzigartig gemacht und ich darf umgeben von dieser Schönheit leben.

Alles was ich rieche, schmecke, fühle zeugt von der Großzügigkeit Gottes. Soviele verschiedenen Düfte erfreuen mich, auch das Essen ist Genuß mit den vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, die ich mit meiner Zunge schmecken kann. Gott ist ein großzügiger Geber und er liebt es seine Kinder zu beschenken.

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Mittwochsimpuls Zweifel überwinden

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Heute möchte ich meine Gedanken zur Jahreslosung mit euch teilen.

„Ich glaube – hilf meinem Unglauben“ Markus 9,24

In diesem Bibelabschnitt aus dem Markusevangelium geht es um einen Vater, der seinen schwerkranken Sohn zu den Jüngern Jesu bringt, um ihn heilen zu lassen. Als diese ihm nicht helfen konnten, begegnete er Jesus. Mit seiner Enttäuschung stand er vor der Entscheidung, ob er Jesus vertrauen und glauben konnte, daß Heilung doch möglich war. Er war hin und hergerissen und Zweifel und Unsicherheit überkamen ihn. Er war ein gläubiger Mann, kannte Jesus und hatte viele Wunder, die Jesus getan hat, miterlebt und gesehen. Trotzdem überkamen ihn Gedanken des Unglaubens. In seiner Verzweiflung schrie er zu Jesus: “ Ich glaube, hilf meinem Unglauben“.

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