Mittwochsimpuls Leistungsgesellschaft

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In unserer modernen, westlichen Kultur sehe ich eine beängstigende Entwicklung. Immer mehr Menschen erkranken an psychischen Störungen, Burnout, Depressionen und Angstzuständen. Interressanterweise sind vor allem die reichen, hoch entwickelten Länder am meisten betroffen. Statistiken bestätigen dieses Phänomen. Trotz Wohlstand und Fortschritt werden viele Menschen krank. Oder ist vielleicht genau diese Entwicklung einer der Gründe?

Heute möchte ich die Leistungsgesellschaft, in der wir leben, genauer betrachten. welche Auswirkungen kann sie haben und wie können wir Christen in dieser Welt bestehen und uns mit Gottes Hilfe schützen.

“ Wir sind zwar in der Welt, aber nicht von dieser Welt“ Johannes 17,16

Die Gefahren liegen meiner Meinung nach nämlich in der heutigen Schnellebigkeit und dem immer größer werdenden Leistungsdruck der Gesellschaft. Durch den technischen Fortschritt muss alles immer schneller gehen, besser werden, immer mehr produziert werden, Effizienz gesteigert und Leistung verbessert werden. Erfolgreich sein ist zum Maßstab geworden. Wer erfolgreich ist, ist angesehen, hat Einfluß und Macht.

Dieses menschliche Menschenbild und eine solche Gesinnung fördern jedoch nicht die Gesundheit, sondern macht auf Dauer krank. Es führt zu Überforderung, getrieben sein. Perkektionismus, Erschöpfung, Neid, Gier, Unzufriedenheit, Menschenfurcht, Stress, Zukunfts- und Existenzängsten und kann schlimmstenfalls in Depressionen enden.

Der Mensch ist seines Glückes Schmied und versucht sich aus eigener Kraft seine Ziele zu erarbeiten. Wenn Leistung zum Ziel und zum Fundament wird, kann es bei Versagen oder Scheitern zu einer Identitätskrise kommen.

Was kann helfen, in dieser Welt in der wir leben zu bestehen und sich vor den Auswirkungen zu schützen?

Zitat: „Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein“ Autor unbekannt

Wir können die äußeren Umstände oft nicht verändern, was wir jedoch tun können, ist auf unsere Denkweise zu achten, wie wir in den auf uns zukommenden Situationen reagieren.

Dem weltlichen Menschenbild möchte ich nun das christliche Menschenbild gegenüberstellen.

Im christlichen Menschenbild und in der christlichen Gesinnung ist der Mensch mehr als seine Taten. Wir sind Kinder Gottes und bedingungslos geliebt, unabhängig von Leistung und Status und trotz unserer Fehler und Schwächen. Wir dürfen Schwäche zeigen und uns auch Fehler und Grenzen eingestehen. Wir wissen, niemand ist perfekt als Gott allein.

Gott hat jeden Menschen einzigartig und wertvoll geschaffen und jedem seine Begabungen und Talente geschenkt. Deshalb brauchen wir uns nicht mit anderen vergleichen oder neidisch auf andere zu sein.

Wir bauen nicht auf die eigene Kraft, sondern suchen die Stärke bei Gott. Wir wissen, wir sind bedürftig und abhängig von seiner Gnade.

Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.« Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir “ 2. Korinther 12,9

Alles was wir schaffen und was uns gelingt ist nicht nur unser eigener Verdienst, keine Selbstverständlichkeit, es ist ein Geschenk.

Eine solche Denkweise erweckt Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem, was ich habe. Wenn wir Gott als unseren Versorger erkennen, finden wir Ruhe und Gelassenheit und werden befreit von Zukunfts- und Existenzängsten.

Anstatt immer höher, schneller, weiter dürfen wir uns auch Ruhepausen gönnen um wieder Kraft zu tanken und Stress abzubauen. Stille Zeit mit Gott, Gemeinschaft mit Gott ist wertvolle Zeit.

“ Dann sagte Jesus: »Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken“ Matthäus 11,28

Der weltliche Mensch macht viele Dinge um Menschen zu gefallen, um Bestätigung und Anerkennung zu bekommen. Wir können lernen zu verstehen, dass es viel wichtiger ist, was Gott über uns denkt, als das was andere Menschen über uns denken. Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht.

“ Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein“ Römer 8,31

Ich möchte mein Leben auf das Fundament der Kraft Gottes aufbauen, anstatt auf meine Leistung oder mein Ansehen. Es ist das einzige Fundament, das trägt und das bleibt.

“ Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit “ Hebräer 13,8

Worauf baust du?

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