Mittwochsimpuls Suche nach Anerkennung

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Das Bedürfnis nach Anerkennung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Jeder Mensch möchte gesehen werden, „erkannt“ werden, genau so wie er ist. Die Suche nach Anerkennung ist die Suche nach Wertschätzung, Achtung, Respekt und Liebe. Im Wort Anerkennung finden wir das Wort „kennen oder erkennen“.

Wer kann diese Sehnsucht in uns stillen?

Suchen wir Anerkennung bei Menschen, wird es immer wieder passieren, daß wir enttäuscht werden. Oft ist diese Anerkennung an gewisse Bedingungen geknüpft.

Ich werde beachtet wenn:

  • ich mich in einer gewissen Weise verhalte
  • ich das tue, was von mir erwartet wird
  • wenn ich mich anpasse
  • je mehr ich leiste
  • je mehr ich besitze

Die heutige Gesellschaft funktioniert nach dem Leistungsprinzip. Der Mensch wird bewertet aufgrund seiner Leistung und das fängt schon in Kindergarten und Schule an. Deswegen fragen sich auch schon die Kinder: Was muss ich tun um gesehen zu werden?

Das Bedürfnis irgendwo dazugehören zu wollen führt dazu, dass wir uns oft verstellen müssen, Masken tragen und nicht so sein können, wie wir wirklich sind. Dieses ganze System führt zu Leistungsdenken, immer mehr leisten um Anerkennung zu bekommen. Wir vergleichen uns mit anderen.

Das Streben danach gesehen zu werden kann uns auch in den Perfektionismus führen. Wir sind dann Getriebene, wollen alles perfekt machen, immer besser sein und erlauben uns keine Fehler mehr.

So machen wir unser Selbstbild, unseren Selbstwert abhängig von den Meinungen und Beurteilungen der Menschen. Wir werden zum Spielball, sind manipulierbar und leicht verletzbar.

Ich selber kenne Leistungsdenken und Perfektionismus sehr gut. Viele Jahre in meinem Leben habe ich genau nach diesem Prinzip funktioniert. Ich wollte es immer jedem recht machen und habe mich schwer getan auch mal „Nein“ zu sagen.

Mit der Zeit wurde ich immer unzufriedener und innerlich leer und gefangen, weil ich merkte es ist nie genug und es wird auch nie genug sein.

Als ich zum Glauben kam und Jesus kennenlernte, erkannte ich daß ich die ganze Zeit Anerkennung am falschen Ort gesucht habe.

Was Gott über dich denkt, ist viel wichtiger als das,was andere über dich denken-1

Gott führt mich in die Freiheit, Gottes Liebe zu mir ist bedingungslos. Ich bin wertvoll, einzigartig gemacht und brauche mich mit niemanden zu vergleichen. Ich bin ein Kind Gottes, nach seinem Ebenbild erschaffen. Gott liebt mich so wie ich bin, unabhängig von dem, was ich tue oder leiste. Gott lässt mich nie alleine, er steht immer zu mir. Er ist da, unter allen Umständen darf ich zu ihm kommen. Er schaut mit liebenden Blick auf mich, auch wenn ich Fehler mache.

Gott ist derjenige der mich am besten „kennt“, denn er ist mein Schöpfer. In seiner Gegenwart darf ich so sein wie ich wirklich bin. Er sieht mich und weiß alles über mich. Er liebt mich mit meinen Fehlern und Schwächen.

Herr, du durchschaust mich,
    du kennst mich durch und durch.
Ob ich sitze oder stehe – du weißt es,
    aus der Ferne erkennst du, was ich denke.
Ob ich gehe oder liege – du siehst mich,
    mein ganzes Leben ist dir vertraut.
Schon bevor ich anfange zu reden,
    weißt du, was ich sagen will.
Von allen Seiten umgibst du mich
    und hältst deine schützende Hand über mir.
Dass du mich so genau kennst, übersteigt meinen Verstand;
    es ist mir zu hoch, ich kann es nicht begreifen! Psalm 139,1-6

„Du hast mich mit meinem Innersten geschaffen,
    im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet.
14 Herr, ich danke dir dafür,
    dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast!
Großartig ist alles, was du geschaffen hast –
    das erkenne ich!
15 Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm,
unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter[b],
    da war ich dir dennoch nicht verborgen.
16 Als ich gerade erst entstand,
    hast du mich schon gesehen. “ Psalm 139,13-16

„Wie überwältigend sind deine Gedanken für mich, o Gott,
    es sind so unfassbar viele!
18 Sie sind zahlreicher als der Sand am Meer;
    wollte ich sie alle zählen, ich käme nie zum Ende “ Psalm 139,17-18

Bei Gott wird mein Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung, Liebe so erfüllt, wie es von keinem Mensch je erfüllt werden könnte.

Dieses Wissen bei ihm bedingungslos angenommen zu sein, in ihm alles zu haben was ich brauche, stärkt meinen Selbstwert und mein Selbstbild. Mit dieser Gewißheit möchte ich in die Welt hinausgehen, meine Masken ablegen und in der Identität als Kind Gottes leben. Ich muss mich nicht mehr anpassen, überall und alles mitmachen, nur um anerkannt zu sein, ich kann authentisch zu meinen Werten stehen unabhängig davon, was andere Menschen sagen oder denken.

Ich möchte nicht mehr leben um Menschen zu gefallen, sondern um Gott zu gefallen. Dadurch müssen Perfektionismus und Leistungsdenken weichen und dafür kommen Gelassenheit und Frieden in mein Leben.

“ Ich und Gott“ – wir sind immer die Mehrheit

Zitat von Debora Sommer: „Ich erfahre dankbar, daß ich nicht durch meine Leistung definiert bin, sondern durch meine Beziehung zum Schöpfer“

“ Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? “ Römer 8,31

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